„Ob ich über die Arbeit der Regierung Bescheid weiß? Ja, natürlich!“

Der Besuch des Muk-Kurses beim BPA lehrte viel über das Zusammenspiel von Regierung und Medien

 

Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, dass wir über die Arbeit der Regierung immer auf dem Laufenden gehalten werden und warum weiß die Bundeskanzlerin immer vor Ort, wohin sie auch fliegt, was gerade passiert ist, und sich zu Ereignissen äußern kann, die vielleicht kurze Zeit davor passiert sind?

Die Antwort ist das Bundespresseamt. Es hat seinen Sitz in Berlin am Reichstagsufer.

Der Muk-Kurs besuchte am 20.1 das riesige Gebäude an der Spree und wurden von einem Pressereferenten begrüßt, der uns in einen großen Saal brachte. Wir stellten ihm zahlreiche Fragen rund um das BPA, um zu verstehen, wie es funktioniert. Der Referent schilderte uns die Arbeit als 24-Stunden-Job, da allein pro Tag 3000 Meldungen eingehen, welche natürlich zunächst gefiltert werden müssen. Die ganze Arbeit wird durch Steuergelder finanziert. Man spricht hier von ungefähr 86 Millionen Euro im Jahr!

Im Mittelpunkt der Bundespresseamtarbeit steht der Informationstransport zwischen Bürger und Regierung. Das oberste Gebot ist es, die Regierungsarbeit für die Bürger vertändlich zu machen. Es ist nämich wichtig, dass man als Bürger über die Arbeit der Regierung Bescheid weiß, um sich eine eigene Meinung zu Vorgängen zu bilden. Genauso wichtig ist es, die Regierung über aktuelle Geschehnisse zu informieren, damit diese ihre Arbeit anpassen kann. Aber zurück zur Frage, warum die Kanzlerin, egal wohin sie auch mit dem Flieger unterwegs ist, top informiert vor die Mikrofone tritt. Die „altmodische“ Variante ist die sogenannte Kanzlermappe, in der die wichtigsten und neusten Ereignisse zusammengefasst vorliegen. Die seit einiger Zeit neu eingesetzte Methode kommt der unseres Newsrooms sehr ähnlich. Die Kanzlerin bekommt pro Tag um die 70 SMS zugeschickt. Ganz schnell und einfach!

Damit Informationen von „innen nach außen“ kommen können, findet 3 mal wöchentlich eine Bundespresseversammlung statt. In der finden sich einzelne Mitglieder der Ministerien und auch der Regierungssprecher Steffen Seibert ein, welche zu Gast bei der BPA-Versammlung sind. Diese Stellvertreter der Regierung müssen sich dann den Fragen der Journalisten stellen. Es werden aktuelle Termine offenkundig gemacht, oder neue Regierungsziele preisgegeben und diskutiert. Doch was für eine Stimmung herrscht bei so einer Versammlung und vergreifen sich die Journalisten nicht manchmal im Ton? Darauf antwortete der Referent, dass das Verhältnis grundlegend kollegial sei.

Eine interessante Frage, die wir dem Referenten noch stellten, war die nach denVoraussetzungen, um beim BPA arbeiten zu können. Seines Wissens nach kann man  in den Geisteswissenschaften, Kommunikationswissenschaftler oder im Jurabereich tätig sein, um dort einen Platz zu finden. Aber auch Ausbildungsplätze werden angeboten, wie zum Beispiel im Bereich der Bürokommunikation. Der Eindruck, den die Arbeit des BPAs bei mir hinterlassen hat, ist sehr positiv, und ich persönlich finde dieses System des dauerhaften Informationstransfers wichtig und notwendig. Kurz nachdem wir den Konferenzsaal verlassen hatten, fanden wir meterlange Bücherregale vor, in denen Prospekte lagerten, die aktuelle Vorgänge der Regierung in den verschiedensten Bereichen verständlich und kurz festhält. Zum Hineingreifen und Mitnehmen für unterwegs!

 

Von Juliane Schulze, 10N

 

 

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